Chinesisch lesen - leicht gemacht

Fach Geschichte

Klasse 8

Autor silvio

Veröffentlicht am 25.09.2018

Schlagwörter

Chinesisch China Sprache Lernen

Zusammenfassung

Dieses Referat behandelt eine Einführung in die chinesische Schrift unter besonderer Berücksichtigung von Texten auf alten und neuen Briefmarken. In diesem Kursus kann ich Ihnen natürlich nicht die etwa 5000 Zeichen erklären, die Sie benötigen, um vielleicht Zeitung zu lesen. Aber Sie lernen etwas über Striche, Strichgruppen, Zeichenaufbau, Eigennamen, und das wird Ihnen sicher hilfreich sein.

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Ni hao ! Willkommen zu meinem kleinen chinesisch - Kursus !

Stellen Sie sich bitte vor, ich wäre Chang aus der nördlichen Hauptstadt im Mitte-Land, auf chinesisch sagt man : aus Bei-Jing in Dschung-Go.
Wie, das kennen Sie nicht ? Doch, das kennen Sie, aber Sie nennen es : Peking in China.

Sind Sie ein Philatelist und haben Schwierigkeiten, Briefmarken aus China, Japan und Taiwan zu unterscheiden ? Dann will ich es Ihnen erleichtern und habe ein paar Tabellen für Sie vorbereitet.
Ach, Sie sind kein Philatelist ? Dann freue ich mich ebenfalls sehr über Ihr Interesse.
Mit ein paar Gundkenntnissen werden Sie es leichter haben, ein Zeichen im Wörterbuch nachzuschlagen oder z.B. eine Reihe Zeichen abzuschreiben. Wenn man weiß, auf welche Strichgruppen man achten muß, passiert es einem auch nicht, daß die Zeichen auf den Kopf gestellt werden, wie das oft zu sehen ist.

Es werden hier überhaupt keine Kenntnisse vorausgesetzt.
In diesem Kursus kann ich Ihnen natürlich nicht die etwa 5000 Zeichen erklären, die Sie benötigen, um vielleicht Zeitung zu lesen. Aber Sie lernen etwas über Striche, Strichgruppen, Zeichenaufbau, Eigennamen, und das wird Ihnen sicher hilfreich sein.
Texte in lateinischer oder arabischer Schrift kann man nur lesen, wenn man die Sprache versteht, in der der Text geschrieben ist. Das ist bei uns anders.
Die Menschen in Nordchina sprechen ganz anders als die in Ostchina oder Hongkong oder Singapur, aber meine Schriftzeichen verstehen alle.
Es ist nämlich egal, wie man die Zeichen ausspricht, sie bedeuten überall das gleiche.

Aussehen : Unsere chinesischen Zeichen passen immer in kleine gedachte Kästchen hinein. Man denkt sich für jedes Zeichen ein Kästchen. Die Zeichen sehen dann aus, wie eine Mauer aus gleichmäßigen Steinen.
(Ausschnitt aus einer Zeitung, 186 KB groß, hier ansehen )

Zeichen = Bilder ? Wenn die Leute sagen, unsere Zeichen sind eigentlich Bilder, ist das fast richtig, aber nicht ganz. Es gibt eben einiges, das kann man nicht zeichnen, z. B. Glück, Frieden oder Freundschaft. Man kann aber ein Bild zeichnen und ein Kennzeichen noch dazu, daß es nur symbolisch gemeint ist, dann hat das Zeichen 2 Teile. Es gibt weitere solcher Hilfen und darum Zeichen, die aus 1,2,3 oder 4 Teilen bestehen. Die Teile können über-, neben- oder untereinander stehen, aber alle Teile müssen zusammen in das gedachte Kästchen passen.
Ein modernes Lexikon kennt 186 verschiedene solcher “Teile”, das ist so ähnlich wie die europäischen Buchstaben.
Wenn ein Zeichen mehrere Teile hat, ist eins davon das “Hauptteil” und in einem Lexikon sind die Zeichen nach den Hauptteilen sortiert.

Zeichen = Wort ? Wenn die Leute sagen, jedes Zeichen ist ein Wort, dann ist das auch nicht so ganz richtig. Es gibt auch schwierige Wörter, für “Volksrepublik” braucht man 2 Zeichen, für andere 3 bis 4 Zeichen. Aber jedes Zeichen ist eine Silbe und sehr viele Worte haben nur eine Silbe. Beispiele : a, ai, an, ang, ao, ba, bai, ban, bang, bao, bei………
Die vollständige Liste der Silben folgt auf der nächsten Seite.

Zahlen : Viele Briefmarkensammler haben Probleme mit unseren Zahlen. Das will ich gern mal erklären : Sie schreiben doch manchmal “1000” in Ziffern und manchmal “Tausend” in Buchstaben, vor allem, wenn niemand etwas abändern darf. So haben wir auch einfache Zahlenzeichen für täglich und schwierige für die sichere “offizielle” Schreibweise. Auf dieser Seite lernt man die Zahlen.

Buchstaben ? Oft werde ich gefragt : “Kennt die chinesische Schrift auch Buchstaben ?”
Die Antwort lautet : “Nein”. Wir schreiben nie einzelne Buchstaben, sondern immer ganze Silben.

Die Richtung, in die geschrieben wird, ist nicht so wichtig. Früher haben wir die Zeichen gerne untereinander gesetzt, das sieht man auch heute oft. Die Zeichenkolonnen folgten früher von rechts nach links. In Hongkong und Taiwan war das vor wenigen Jahren noch so. In der VR China und in Japan wurde bereits um 1950 die Richtung von links nach rechts umgestellt.

Erste Leseübung : Dschung - Go, das bedeutet “Mitte - Land”, also : China - das Land der Mitte.
Man kann sagen, China liegt in der Mitte zwischen Japan und dem unendlichen Meer auf der einen Seite und der Wüste und den Gebirgen auf der anderen Seite.
Dschung - Go hat zwei Silben, darum brauchen wir auch 2 Zeichen. Geschrieben wird Dschung = “Mitte” mit einer Zielscheibe, die von einem Pfeil getroffen wurde. Dabei ist es egal, ob man die Scheibe rund oder eckig schreibt, ob der Pfeil drin steckt oder obenauf liegt.
Das Zeichen Go = “Land” besteht aus einer Grenzlinie, die bei der früheren Schreibweise von einer bewaffneten Hand bewacht wurde.

Dialekte

Es gibt keine eigentliche “chinesische Sprache”, dafür ist das Land schon viel zu groß.
Sondern es gibt 7 voneinander stark abweichende “Dialekte”, so daß die sprachliche Verständigung zwischen Nord- und Südchinesen kaum möglich ist. Die Regierungen bemühen sich seit der Jahrhundertwende darum, die alte Beamtensprache “Mandarin” zur Volkssprache zu erheben.
Seit Gründung der Volksrepublik wird darum in ganz China die sogen. “Putonghua” (“allgemeine Sprache”) gelehrt. Minderheiten dürfen aber ihre eigenen Sprachen beibehalten.

Wörter und Silben : Viele Wörter bestehen traditionell nur aus einer einzigen Silbe. Die Putonghua ist eine sehr “arme” Sprache und kennt nur 420 unterschiedliche Silben ! Es sind folgende :

a, ai, an, ang, ao, ba, bai, ban, bang, bao, bei, ben, beng, bi, bian, biao, bie, bin, bing, bo, bu,
ca, cai, can, cang, cao, ce, ceng, cha, chai, chan, chang, chao, che, chen, cheng, chi, chong, chou, chu, chuai, chuan, chuang, chui, chun, chou, ci, cong, cou, cu, cuan, cui, cun, cuo,
da, dai, dan, dang, dao, de, deng, di, dian, diao, die, ding, diu, dong, dou, du, duan, dui, dun,duo,
er, fa, fan, fang, fei, fen, feng, fo, fou, fu,
ga, gai, gan, gang, gao, ge, gei, gen, geng, gong, gou, gu, gua, guai, guan, guang, gui, gun, guo,
ha, hai, han, hang, hao, he, hei, hen, heng, hong, hou, hu, hua, huai, huan, huang, hui, hun, huo,
ji, jia, jian, jiang, jiao, jie, jin, jing, jiong, jiu, ju, juan, jue, jun,
ka, kai, kan, kang, kao, ke, ken, keng, kong, kou, ku, kua, kuai, kuan, kuang, kui, kun, kuo,
la, lai, lan, lang, lao, le, leng, li, lia, lian, liang, liao, lie, lin, ling, liu, long, lou, lu, lü, luan, lüe, lun, luo,
ma, mai, man, mang, mao, me, mei, men, meng, mi, mian, miao, mie, min, ming, mo, mou, mu,
n, na, nai, nan, nang, nao, ne, nei, nen, neng, ng, ni, nian, niang, niao, nie, nin, ning, niu, nong, nu, nü, nuan, nüe, nou,
o, ou, pa, pai, pan, pang, pao, pei, pen, peng, pi, pian, piao, pie, pin, ping, po, pou, pu,
qi, qiang, qiao, qie, qin, qing, qiong, qiu, qu, quan, que, qun,
ran, rang, rao, re, ren, reng, ri, rong, rou, ru, ruan, rui, run, ruo,
sa, sai, san, sang, sao, se, sen, seng, sha, shai, shan, shang, shao, she, shen, sheng, shi, shou, shu, shua, shuai, shuan, shuang, shui, shun, shuo, si, song, suo, su, suan, sui, sun, suo,
ta, tai, tan, tang, tao, te, teng, ti, tian, tiao, tie, ting, tong, tou, tu, tuan, tui, tun, tuo,
wa, wai, wan, wang, wei, wen, weng, wo, wu,
xi, xia, xian, xiang, xiao, xie, xin, xing, xiong, xiu, xu, xuan, xue, xun,
ya, yan, yang, yao, ye, yi, yin, ying, yo, yong, you, yu, yuan, yue, yun,
za, zai, zan, zang, zao, ze, zei, zen, zeng, zha, zhai, zhan, zhang, zhao, zhe, zhen, zheng, zhi, zhong, zhou, zhu, zhua, zhuai, zhuan, zhuang, zhui, zhun, zhuo, zi, zong, zou, zu, zuan, zui, zun, zuo.

Das bedeutet, daß ALLE Wörter der ganzen Sprache “Putonghua” nur aus diesen Silben bestehen.
Auch Namen aus anderen Sprachen können nur mit diesen Silben dargestellt werden.

BEISPIELE : Deutschland = de go, England = ying go, Frankreich = fa go, Austria = ao di li,
Türkei = tu er qi, Indien = yin du, Laos = Lao wo, Mexiko = mo xi ge, Venezuela = wei nei rui la …..
Ähnlich ist es mit Personennamen.

Töne geben die Bedeutung : Die obigen Silben können in 4 Tonhöhen gesprochen werden, um ihnen verschiedene Bedeutungen zu geben.
EIN BEISPIEL : “zhong” im 1. Ton kann 7 Bedeutungen haben, im 3. Ton vier, im 4. Ton 5 Bedeutungen. “zhong” im 2. Ton fehlt aber in der Sprache. Für diese 16 Bedeutungen gibt es 15 Zeichen.

Gleichklingende Wörter : Trotz der Töne gibt es in China Unmengen von Wörtern mit gleichem Klang und unterschiedlicher Bedeutung ! Man bemüht sich nun darum in einer Sprachreform, Wörter mit ähnlicher Bedeutung zu einem mehrsilbigen Wort zusammenzufassen. Das verringert die Zahl der gleichlautenden Wörter erheblich.
BEISPIEL : “Min” (Volk) wurde zu “Renmin” (Mensch-Volk = Republik).
Wieviele Silben aber nun zu einem Wort gehören, ist aus einem Text nicht zu erkennen, denn die Zeichen werden ohne Worttrennung hintereinander geschrieben.

Probleme bei Übersetzungen : Es gab bislang schon mehrere Versuche, die chinesische Sprache lautgerecht zu übertragen. Allgemein verbreitet war das englische System von “Wade - Giles”. Aber es gibt auch eine deutsche und eine französische Methode.
Die Ergebnisse sind unterschiedlich, weil diese europäischen Sprachen manche chinesischen Laute gar nicht kennen und daher
den Laut (= Klang der Aussprache) nur andeuten können (siehe “Phonetik” ).
Daher ist es kein Wunder, wenn Landes- oder Ortsnamen unterschiedlich geschrieben sind.
Das chinesische Lateinalphabet “Pinyin” wurde 1979 veröffentlicht.
Es ist dem “Internationalen Phonetischen Alphabet” angepaßt und wird in der VR China allgemein verwendet.