Depressiv-neurotische Reaktion bei Kinder und Jugendlichen

Fach Psychologie

Klasse 13

Autor Traumfängerin

Veröffentlicht am 05.03.2018

Schlagwörter

Kinderpsychiatrie

Zusammenfassung

Depressiv-neurotischen Reaktion bei Kinder und Jugendlichen aus der Sicht der Kinderpsychiatrie, Hilfe zur Selbsthilfe, PHOBISCH NEUROTISCHE REAKTION, Beispiele aus der Praxis, Lebensaltertypische Entwicklungsängste

DEPRESSIVE NEUROTISCHE REAKTION:

Bei der depressiv-neurotischen Reaktion gibt es
die endogene Depression (= im Körper angelegt, aus innerer Ursache, nicht von außen entstanden, anlagebedingt): Bedingt durch eine Stoffwechselerkrankung im Gehirn ( organischer Bereich), sie liegt mehr auf der genetischen Seite. und
die psychogene Depression (= psychisch bzw. seelisch bedingt, auf psychischen Ursachen beruhend, in der Psyche begründet): Sie ist psychodynamisch*, durch ungünstige Einflüsse ( z.B. Erziehung) entstanden.

*psychodynamisch ist
eine Bezeichnung für die andauernden Wechselwirkungen der Instanzen Ich, Es und Über-Ich …
Der Gesundheits-Brockhaus

Psychodynamik, die innerseelischen Energieimpulse, die durch die Impulse der einzelnen psychischen Instanzen des untereinander oder auch –gegeneinande stattfinden und produziert werden.
Roche Lexikon Medizin

Bsp. - Negative Bilanz eines pubertierenden Buben über sein Leben: Die Gedanken gehen immer weiter, er sieht sich in den Spiegel (sieht seine vielen Wimmerln) und sagt, ich bin so hässlich, bei den Mädchen habe ich auch kein Glück, in der Schule gibt es ständig Zoff… . Eigentlich ist das Leben sinnlos, welchen Sinn hat es schon. Suizidgedanke, nächster Gedanke, Wie könnte ich es tun?
Mit der Zeit entwickelt sich ein Röhrendenken- und fühlen, eine Einengung der Wahrnehmung (nur das Negative wird mehr wahrgenommen). Dies führt zu
Selbstmordgedanken,
zum Aufladen von Aggression mit Aggressionsumkehr gegen sich selbst (Ich muss mich umbringen, weil ich es anders nichtmehr mitteilen kann.), bis zum
Aussprechen von Selbstmordgedanken.

Jeder hat einmal Selbstmordfantasien, auch Professor Friedrich. - Diese sind nicht pathologisch, solange die Einigung des Denkens fehlt.

Der Spruch: Wer’ s ankündigt tut’ s nicht. ist total falsch! - Derjenige ist höchst gefährdet!

Suizidprophylaxe: Wir brauchen mehr Menschen, die unsere Nächsten sind! - Aktiv zuhören, DANN BIN ICH DER BESTE SELBSTMORDVERHINDERER! Für den anderen da sein und seine Probleme ernst nehmen und nicht lapalisieren, nichts dergleichen sagen, wie: Geh, red nicht so dummes Zeug daher! Geh, was ich schon alles erlebt hab, da ist ja deins nichts dagegen.
Aufeinander zugehen! Man muss ehrlich sein! Dann ist die Suizidlösung nicht mehr die Lösung Nr. 1!

Hilfe zur Selbsthilfe! - Einen Rat geben, mit dem Menschen gemeinsam ein Konzept entwickeln, dass ihm passt.

Was sage ich einen depressiven Jugendlichen mit keiner Lebenslust; er hat alles im Negativescore, sieht kein Ziel, es freut ihn nichts?: Vielleicht weißt du als Jugendlicher noch nicht, warum du jetzt durch diese schwere Krise gehen musst; eventuell kannst du später einem anderen damit helfen, der diese individuelle spezifische Erfahrung braucht. - So funktioniert die menschliche Kette, mir hat einst jemand geholfen und ich helfe heute

Man kann einen Menschen aber nicht davon abhalten sich umzubringen.

Statistik:
Höchste Suizidraten Europas: Österreich und Ungarn ( historische Wurzeln?),

weltweit höchste Zahl: Japan, osteuropäische Länder ( hohe Suizidraten alter Männer; Vereinsamung, schlechte finanzielle Verhältnisse).

Wien: Fast eine Gleichverteilung der Geschlechter.

Burschen: erhängen vor erschließen (Verfügbarkeit von Waffen)

Mädchen: Tabletten vor Fenstersprung.

Man muss unterscheiden zwischen
Trauer: Trauer ist erlebnisbedingt ( z.B. der geliebte Hund ist gestorben), sie kann spätestens nach 1 Jahr bewältigt werden. und

Depression: Depression ist eine Gefühlslage ohne einen von außen ersehbaren Grund. Bei Depression wachte ich in der Früh tränenüberschwemmt auf - ich kann mir nichtmehr selber helfen!

Präsuizidales Syndrom nach RINGEL: Vor einem Selbstmord treten immer vergleichbare Symptome auf.

PHOBISCH NEUROTISCHE REAKTION:

Phobien sind pathologische, unbegründete Ängste aller möglichen Inhalte. Die Phobie ist eine verschobene Angst, ausgelöst durch ein Ereignis in der Vergangenheit.

Die Angst ist ein wichtiger Begleiter von uns. - Sie macht uns wachsam und bringt uns im positiven Sinn zu mehr Leistung. Dies bewirkt der Adrenalinausstoß, wir gelangen so in ein höheres Aktivierungsniveau.

Angst ist auch eine Garantie für unsere Wachsamkeit um Gefahren rechtzeitig einschätzen zu können.

Negativ empfinden wir vegetative Erscheinungen wie z.B. zittern, schwitzen… .

Lebensaltertypische Entwicklungsängste: Lebensaltertypische Entwicklungsängste geben uns die Garantie in die nächste Entwicklungsphase einzutreten.

Normative (= als Norm, Richtschnur dienend, einen Maßstab darstellend) Ängste werden in unserer Entwicklung von jedem durchlaufen.

Ängste und ihre Entwicklungsphasen:
FremdeIn - mit 8 Monaten:
FremdeIn ist die Angst vor etwas Neuem.
Zuvor schon kann das Kind vertraute Personen an
ihrem Geruch,
der Stimme und
optisch unterscheiden. Um das 8. Monat beginnen -
unterschiedlich ausgeprägt - die Kinder zu „fremdeln. Was nicht in die Norm fällt macht Angst. So können schon banale Veränderungen an vertrauten Personen - wie das Tragen einer Mütze, als Coronaeffekt (Corona = Krone, Kranz) bezeichnet - Angst bewirken.

Trennungsangst - mit 18 Monaten:
Sie beginnt mit dem 18. Lebensmonat.
Das Kind kann gehen, 2-Wort-Sätze sprechen, aber das verbale Verständnis fehlt. - Erklärungen warum die Mutter kurz weg geht und dass sie dann wieder kommt sind nicht verstehbar, die Kinder haben Angst, dass die Mutter - wenn sie aus dem optischen oder akustischen Feld verschwindet - nicht mehr kommt.

Übergangsobjekte:
Kinder brauchen in dieser Zeit Übergangsobjekte ( wie ihren Teddybären, ihre Schmusedecke) um diese Phase zu überwinden und ein Trostobjekt zu haben. Dieses Objekt ist libidinös besetzt, d.h. ein Liebesersatz-Objekt zur Findung von Sicherheit. Diese Phase prägt uns stark. - Eine Reparationsleistung ist für das Kind wichtig. Wenn die Mutter wiederkommt soll sie das Kind aufnehmen und trösten. Die Versicherung, dass die Mutter wiederkommt ist wichtig, die weggegangene Person soll engen Körperkontakt beim Zurückkehren herstellen.